Die Arbeitszeugnis-Sprache: Teil 1 - Der Geheimcode
Summary
TLDRArbeitszeugnisse in ihrer heutigen Form haben sich über rund 500 Jahre entwickelt und beinhalten teils kodierte Formulierungen, die von manchen als Geheimcodes interpretiert werden. Der Mythos der 'Geheimcodes' in Arbeitszeugnissen, die angeblich auf Schwächen von Arbeitnehmern hinweisen, wird widerlegt. Stattdessen gibt es klare gesetzliche Regelungen, die vage oder doppeldeutige Aussagen verbieten. In diesem Video wird erklärt, wie Arbeitszeugnisse korrekt formuliert werden müssen und wie solche Missverständnisse über codierte Sprache entstehen.
Takeaways
- 😀 Arbeitszeugnisse in ihrer heutigen Form sind das Ergebnis einer 500-jährigen Entwicklung, beginnend im 16. Jahrhundert.
- 😀 Im deutschen Sprachraum erhielten Beschäftigte schon im 16. Jahrhundert Urkunden bei Beendigung eines Dienstverhältnisses, die sie bei der nächsten Anstellung vorzeigen mussten.
- 😀 Viele Arbeitnehmer glauben, dass Arbeitszeugnisse eine Geheimsprache enthalten, in der Arbeitgeber Schwächen von Mitarbeitern durch Geheimcodes mitteilen.
- 😀 Diese Annahme ist nicht korrekt: Der Begriff 'Geheimcode' wird oft mit anderen Konzepten verwechselt, wie dem Zeugniscode und Verschlüsselungstechniken.
- 😀 Beispiele für vermeintliche Geheimcodes in Arbeitszeugnissen beinhalten Formulierungen, die angeblich negative Charaktereigenschaften der Mitarbeiter verschleiern.
- 😀 'Geheimcodes' deuten auf angebliche Schwächen hin, die sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken, sind aber keine direkten Bewertungen.
- 😀 Man muss die Bedeutung eines Geheimcodes kennen, um ihn zu verstehen. Beispielsweise ist 'Geselligkeit' nicht gleichbedeutend mit 'Alkoholismus'.
- 😀 Geheimcodes in Arbeitszeugnissen sind nicht als Noten zu verstehen, sondern als verschlüsselte Hinweise auf negative Eigenschaften.
- 😀 Laut Paragraf 109 der Gewerbeordnung müssen Arbeitszeugnisse klar und verständlich formuliert sein, ohne doppeldeutige Aussagen oder Geheimcodes.
- 😀 Doppeldeutige Formulierungen, die einen versteckten, negativen Eindruck über den Arbeitnehmer vermitteln, sind in Arbeitszeugnissen verboten.
Q & A
Wann begann die Entwicklung der heutigen Arbeitszeugnisse?
-Die Entwicklung der heutigen Arbeitszeugnisse geht auf eine rund 500-jährige Geschichte zurück, da Beschäftigte bereits im 16. Jahrhundert Urkunden bei Beendigung eines Dienstverhältnisses erhielten.
Welche Funktion hatten die Urkunden im 16. Jahrhundert für Arbeitnehmer?
-Im 16. Jahrhundert erhielten Arbeitnehmer Urkunden, die sie bei Antritt einer neuen Beschäftigung ihrem zukünftigen Dienstherren vorzeigen mussten.
Was ist die weit verbreitete Ansicht über die Zeugnissprache, die als nicht zutreffend dargestellt wird?
-Viele Arbeitnehmer glauben, dass die Zeugnissprache eine Geheimsprache sei, bei der Arbeitgeber mittels Geheimcodes die Schwächen von Arbeitnehmern übermitteln. Diese Ansicht ist jedoch nicht korrekt.
Was wird unter dem Begriff 'codierte Zeugnissprache' verstanden?
-Unter codierter Zeugnissprache versteht man oft das Verwechseln von drei Dingen: dem Geheimcode, dem Zeugniscode und den Verschlüsselungstechniken.
Was ist ein Beispiel für einen Geheimcode in Arbeitszeugnissen?
-Ein Beispiel für einen Geheimcode ist die Formulierung: 'Durch seine gesellige Art trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei', die in der Zeugnissprache auf den Alkoholismus eines Arbeitnehmers hinweisen kann.
Warum ist die Formulierung 'Geselligkeit' ein Beispiel für einen Geheimcode?
-Die Formulierung 'Geselligkeit' könnte in einem Geheimcode auf Alkoholismus hinweisen, was jedoch nicht die offensichtliche Bedeutung des Begriffs ist.
Was bedeutet es, wenn in einem Arbeitszeugnis von einem 'Angeber mit geringer Fachkompetenz' die Rede ist?
-Diese Formulierung könnte als Geheimcode verstanden werden, um auszudrücken, dass der Arbeitnehmer wenig Fachwissen hat und dieses durch Arroganz zu kompensieren versucht.
Was besagt Paragraf 109 der Gewerbeordnung in Bezug auf Arbeitszeugnisse?
-Paragraf 109 der Gewerbeordnung besagt, dass Arbeitszeugnisse klar und verständlich formuliert sein müssen und keine zweideutigen Formulierungen oder Merkmale enthalten dürfen, die eine andere als die offensichtlich ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer treffen.
Sind Geheimcodes in Arbeitszeugnissen gesetzlich erlaubt?
-Geheimcodes sind in Arbeitszeugnissen gesetzlich verboten, da diese Formulierungen mehrdeutig sind und den Zweck haben könnten, eine versteckte Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.
Warum verstehen viele Menschen ihre Arbeitszeugnisse nicht?
-Menschen verstehen ihre Arbeitszeugnisse oft nicht, weil sie auf falsche Annahmen über Geheimcodes und codierte Zeugnissprache beruhen, die in Wahrheit nicht verwendet werden dürfen.
Outlines

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